eute jedoch lohnt es sich auf jeden Fall, ein derartiges Projekt wieder anzupacken, es sogar zu erweitern, um damit einige zusätzliche Aspekte zu erfassen, die sich vor dem Hintergrund der Renaissance der Schiene abzeichnen. Sehr sinnvoll wäre ein Wiederaufbau bis Ebnat, da die Bahn dadurch eine wirtschaftliche und umweltpolitische Bedeutung erhalten würde:
1) Eine Bahn nach Ebnat bietet reichhaltige Möglichkeiten zum Wandern, die Bahn würde mit den Haltepunkten, die in früherer Zeit auch schon bestanden, einige reizvolle Ausgangspunkte erschließen.
2) Es entstünde eine ÖPNV-Anbindung für Ebnat auf der Schiene. Mit der Stillegung der alten Härtsfeldbahn wurde eine Verbesserung
der Straßenverbindung zum Härtsfeld versprochen, die aber nicht stattgefunden hat. De facto ist es sogar schlechter geworden, denn die Ebnater Steige dient nun auch noch als Zubringer zur A 7. Eine Entlastung dieser Straße von PKW- und Busverkehr wäre also wünschenswert. Ebnat liegt auf einer ziemlich ebenen Fläche, so daß man, den Bahnhof von überallher sehr bequem mit dem Fahrrad erreicht, wenn man in einer Gegend wohnt, von der es einem zu Fuß zu weit ist. Auch in Aalen lassen sich sehr viele Ziele vom Bahnhof aus auf einigermaßen ebenen Wegen mit dem Fahrrad erreichen, soweit das nicht sogar zu Fuß bequem möglich ist. Bei Behördengang und Einkaufsbummel könnten die Ebnater sich die lästige Parkplatzsuche ersparen - und auch die Angst vor Zerbeulung des teuren Autos auf dem Parkplatz durch rücksichtslose Zeitgenossen. Beim Arbeitsweg per Härtsfeldbahn steht auch das Auto nicht während der ganzen langen Arbeitsstunden in Wind und Wetter, die seinen Wert empfindlich mindern können, sondern schlummert wohl behütet in der heimischen Garage. Auch muß man bei Benutzung des ÖPNV nicht wegen eines Bierchens nach Einkaufsbummel oder Arbeit gleich um seinen Führerschein bangen.
3) Auch Güternahverkehr nach und von Ebnat wäre wieder möglich. In Ebnat befindet sich ein großes Bauunternehmen mit einem Beton-Fertigteilwerk. Bislang müssen Zement, Zuschläge und so weiter per LKW angeliefert werden. Das wäre per Bahn sehr viel sinnvoller und ergäbe zum Teil wohl auch Entlastungen für die Ebnater Steige, wenn auch wohl ein sehr großer Teil der Lkws die nahe Autobahn benutzt. Auch der Abtransport von Beton-Fertigteilen wäre möglich, da die Profilfreiheit der Härtsfeldbahn den Transport von
Normalspur-Waggons auf Rollböcken erlaubt, so daß also im Prinzip alles, "was auf die Bahn geht" auch auf der Härtsfeldbahn transportabel wäre. Außerdem sind in Ebnat seit der Stillegung der Härtsfeldbahn weitere Industriebetriebe hinzugekommen bzw. haben sich vergrößert.
4) Im Zuge der Hinwendung zum ökologischen Waldbau wäre es sinnvoll auch die Holzverladung wieder aufzunehmen. Technisch darf das kein Problem sein, es wurde ja früher bereits gemacht. Ein natürlicher Rohstoff wie Holz gehört auch umweltfreundlich transportiert. In diesem Falle käme noch hinzu, daß sich die Wälder im Bereich der Härtsfeldbahn nicht besonders gut mit dem LKW erreichen lassen.
5) Auch als Touristikbahn wäre eine neue Härtsfeldbahn erst richtig sinnvoll, wenn sie nicht nur zu einem oder mehreren Ausflugszielen in der freien Landschaft führt, sondern zu einem Ort mit Beherbergungsbetrieben. Einem neuen Versuch, ein wenig Tourismus aufs Härtsfeld zu bringen wäre eine solche Nebenbahn sicher mehr als förderlich.
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